Erinnerungen

Gedankenverloren. Verlorene Gedanken. Verlorene Erinnerungen. Alles im Leben ist vergänglich. In meinem Leben auch.

Ich trauere über die Augenblicke, an die ich mich nicht mehr erinnern kann. Über all´ die Momente, die für mich als kleines Kind wichtig waren, an die ich mich immer erinnern wollte. Über jene, die ich nie geglaubt hätte, dass ich sie jemals vergessen werde. Diejenigen, die ich niemals vergessen wollte. Aber Erinnerungen verschwinden, wie alles im Leben. Ich will nichts vergessen.

Wenn ich Flashbacks erlebe, wo mir anhand eines bestimmten Geruchs, oder eines bestimmten Geräusches, plötzlich Dinge aus meiner Kindheit wieder in den Sinn kommen, die ich schon längst vergessen geglaubt habe, wird mir erst bewusst, dass schon zu viel in Vergessenheit geriet. Dabei liegt meine Kindheit erst 15 Jahre zurück. Wie sieht es dann mit jenen Erinnerungen aus, die ich zurzeit neu schaffe? Werde ich sie in 50 Jahren noch wissen? Ich will nichts vergessen.

An die wichtigsten Momente im Leben wird man sich immer erinnern können, oder? Das Problem dabei ist nur, dass sich im Laufe des Lebens die Wichtigkeit einer Sache verändert. Und irgendwann hat man andere Interessen. Andere Erinnerungen. Ich will nichts vergessen.

Den Geruch vom Meer, als ich am Abend alleine dort saß und die einsame Laterne am Straßenrand, auf ein kleines Stück Papier abzeichnete. Das wohltuende Geräusch seines Lachens, welches eindeutig, ohne Ausnahme, jeden um ihn herum verzauberte. Der wehmütige Blick, als er an der Tür stand und mir „Leb wohl“ wünschte, als ich noch nichts vom Abschied wusste. Die Freude meines Hundes, wenn wir zusammen in den Wald gingen und auf einem großen Stein die Zeit genossen. Die schlaflosen Nächte, dessen Gründe mehrere Entscheidungen mit sich trugen.

Ich will nichts vergessen, selbst die Gefühle nicht.